Good Pictures: Eric Rose

Posted on 15. April 2010

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Wie Susan Sontag ausführt, ist Fotografieren für viele noch immer untrennbar verbunden mit dem Erzeugen idealisierter Abbilder: Ein schönes Foto ist gleichbedeutend mit der Aufnahme von etwas Schönem – einer Blume etwa, einem Sonnenuntergang, einer Frau.

Auch die Aufnahmen von Eric Rose drehen sich in der Regel um Frauen. Um schöne Frauen. Aber er benötigt keine Beauty Dishes oder Softboxes, um deren Schönheit zur Entfaltung zu bringen. Kein weich gezeichnetes Setting mit hohem Gras vor abendrotem Himmel. Keine langwierige Retusche.

Weil er erst gar nicht versucht, die Frauen makellos aussehen zu lassen. Im Gegenteil: Er verzerrt ihr Abbild, stellt besondere Merkmale übersteigert dar, verwischt ihre Schönheit durch bewusst eingesetzte Unschärfe, durch zusätzliche Texturen, durch den Einsatz von Stoffen und Masken, durch übertriebenes Styling.

Dadurch entsteht eine Form von spröder Schönheit. Eine Art Schönheit, die sich eben nicht aus der Anpassung an ein Ideal ergibt. Die das Besondere, das Außer- und das Ungewöhnliche in den Mittelpunkt stellt.

Die mich tatsächlich zum Weinen bringt.

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Posted in: Bildvorstellung