Wie scharf ist unscharf?

Posted on 16. April 2010

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Nicht dass ich schon mal die Probe auf’s Exempel gemacht hätte. Aber ich bin überzeugt davon, dass, wenn ich zehn Personen nach den wesentlichen Kriterien für ein gutes Foto befrage, zumindest neun von ihnen Schärfe ins Feld führen.

Sehr viele Bildmotive funktionieren auch tatsächlich nur dann, wenn die Schärfe stimmt. Oder genauer: Wenn die Schärfe am richtigen Ort sehr hoch ist und dann, von dort ausgehend, immer mehr abnimmt. Schnell oder langsam genug abnimmt.

Jetzt gibt es Fotografen, die treiben dieses Schärfe-/Unschärfe-Spiel auf die Spitze. Indem sie bestimmte Bereiche übertrieben unscharf darstellen und so die Aufmerksamkeit noch stärker auf die scharfen Bereiche lenken – gerade auch bei Motiven, wo man nicht unbedingt damit rechnet. Und auf eine Art und Weise, die nicht mehr unseren natürlichen Sehgewohnheiten enspricht.

Brooks Reynolds ist so einer:

Mich blutigen Anfänger beschäftigt jetzt natürlich die Frage: Erzielt er diesen Effekt bereits während der Aufnahme (Tilt Shift) – oder doch erst in der Nachbearbeitung?

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Posted in: Allgemein