Nun erst, Nachtstunde, bin ich von Anja Millen

Posted on 5. Mai 2010

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Erstellt von Anja Millen
Präsentiert von Eva Bäck

Der Lyriker Paul Celan sagte einmal über eines seiner bekanntesten Gedichte, dass es wie eine Flaschenpost sei und er hoffe, dass es eines Tages irgendwo ans Land gespült wird, „ans Herzland vielleicht“.

Ich sehe mir Fotos aus den verschiedensten Gründen an: Um meine Suche nach etwas Schönem zu befriedigen. Um mich inspirieren zu lassen. Um die Welt besser kennen zu lernen. Aber es gibt nur ganz wenige Fotos, die mehr sind als nur ein Bild, sondern mich auf einer sehr persönlichen Ebene berühren, an mein ureigenes „Herzland“ gespült werden und dort verbleiben. Nun erst, Nachtstunde, bin ich von Anja Millen ist eines dieser Fotos.

Dieses Bild ist auf den ersten Blick unheimlich und verstörend. Der umwickelte Kopf, die Form ihres Auges… meine erste Assoziation war „sie wirkt wie ein außerirdisches Wesen“. Es ist ein Foto, das ich immer wieder ansehen kann und jedes Mal aufs Neue fasziniert bin. Von dieser Hand, die das Auge verdeckt, um nicht sehen zu müssen, von dem anderen Auge, das einen direkt ansieht mit einem Blick, der mir sagt: „Ich habe eine Botschaft für dich, komm und sieh“. Aber die Botschaft bleibt verborgen, und genau das ist der Grund, warum ich immer wieder gerne zu dem Bild zurückkehre: um herauszufinden, ob ich sie diesmal vielleicht erkennen kann.

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Posted in: Bildvorstellung