Good pictures: Donata Wenders

Posted on 26. Mai 2010

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Klar, es gibt schlechtere Grundvoraussetzungen für tolle Fotografien: Donata Wenders begleitet ihren Mann Wim Wenders immer wieder bei seinen Dreharbeiten – nicht als passive Zuseherin, sondern als Set-Fotografin. Damit kommt sie zwangsweise mit interessanten Persönlichkeiten in ungewöhnlichen Situationen in Kontakt; man ist fast schon versucht zu sagen, sie müsse sich nur mehr vom reich gedeckten Motivtisch bedienen.

Aber natürlich ist diese Einschätzung zu kurz gegriffen. Donata Wenders dokumentiert nicht einfach, was sie sieht, vielmehr übersetzt sie das Gesehene äußerst gekonnt in eine eigene, eindrucksvolle Bildersprache. Sie zeigt bevorzugt Menschen in privaten, auch intimen Momenten, ohne sie zu entblößen, ohne diese Nähe für einen billigen Effekt zu opfern. Ihr Interesse gilt der Aura, die die dargestellten Personen umgibt; diese Aura versteht sie auf faszinierende Weise festzuhalten.

Donata Wenders fotografiert, das mag sich manch einer beim Betrachten der Bilder schon gedacht haben, analog. Zu einem guten Teil ist dies der Haptik beim Arbeiten mit Abzügen geschuldet, wie sie in einem Interview gestanden hat:

„Gelernt habe ich Cinematographie. Doch je länger ich das gemacht habe, umso mehr hat es mich gestört, dass irgendwie nichts Greifbares da war, wenn meine Arbeit beendet war. Wenn der Film aus dem Schneideraum kam, hatte man nicht mehr als diese kleine, schwarze Kassette in der Hand! Und das war mir zu abstrakt. Deshalb bin ich zur Fotografie rüber gewechselt. Es ist mir wichtig, dass ich konkret an einem Bild in der Dunkelkammer arbeiten – und das hinterher jemandem geben kann.“

Mindestens ebenso symphatisch wie diese Aussage finde ich den Umstand, dass Donata Wenders nur sehr selten mit künstlichem Licht arbeitet. Sie lässt sich vom natürlichen Licht leiten – und verzichtet schon mal auf ein paar Aufnahmen, wenn die Verhältnisse nicht ihren Vorstellungen entsprechen.

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Posted in: Bildvorstellung