Good pictures: Saul Leiter

Posted on 7. Juni 2010

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Henri Cartier-Bresson hat mal in einem Interview die Fotografie mit der Malerei verglichen:

„Die Fotografie ist ein Messerstich, die Malerei ist eine Meditation.“

Auch wenn ich noch nicht sehr lange fotografiere – diese Einschätzung würde ich auf jeden Fall teilen.

Die Fotografie ist – für mich – verbunden mit einer permanenten Ruhe- und Rastlosigkeit, mit der fortwährenden Suche nach dem entscheidenden Moment, den passenden Umständen.  Fotografieren bedeutet aktiv in die Welt hinauszugreifen, der Realität hinterherzujagen. Fotografieren hat für mich sehr viel mit Extrovertiertheit zu tun.

Malen ist eine wesentlich entspanntere Tätigkeit. Sie ist sehr stark von vergangenen Eindrücken geprägt und damit entkoppelt von der Echtzeit. Die Malerei kennt keinen entscheidenden Moment, den man verpassen könnte; sie gestattet einem, immer wieder zum gleichen Ausgangspunkt zurückzukehren. Malen hat für mich sehr viel mit Introvertiertheit zu tun.

Dieser Gegensatz wird mir immer deutlicher bewusst. Und umso erstaunter bin ich jedes Mal, wenn ich auf Fotografien stoße, die wirken, als wären sie gemalt. Wie bei jenen von Saul Leiter.

Große Kunst.

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