To flickr, or not to flickr?

Posted on 28. Juni 2010

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Ein jeder scheint einen Flickr-Account zu haben, ein jeder scheint Flickr zu lieben.

Wirklich jeder? Google scheint da eine andere Sprache zu sprechen: Über 20.000 Treffer liefert die Suchmaschine bei einer exakten Suche nach „flickr sucks“. Und selbst die Suche auf der Site von Yahoo, dem Eigentümer von Flickr, liefert mehr als 8.000 Treffer. (Was nun wirklich  nicht so wenig ist, wenn man bedenkt, dass die Yahoo-Suche auf Bing, der Search Engine von Microsoft, fußt.)

Offensichtlich ist doch nicht alles Gold, was flickert?

Zugegeben: Ich selbst betrachte die Sache auch durchaus kritisch. Aber ich stoße mich weniger an der Art und Weise, wie Fotografien auf Flickr präsentiert werden. Auch mit der Tatsache, dass man kaum Möglickeiten zur Anpassung des eigenen Streams hat, kann ich leben. Mich stört mehr, dass Flickr als soziales Netzwerk der Realität in einer Hinsicht sehr nahe kommt: Wer oft und laut schreit, wird am ehesten gehört.

Wie viele Bilder gibt es auf Flickr, die, ganz egal wie Qualität oder Schönheit definiert wird, einfach grottenschlecht sind und die dennoch Zuspruch in Form von hunderten von Kommentaren erhalten? Die dann auch noch durch einen fragwürdigen Algorithmus zusätzlich ins Rampenlicht (aka Flickr Explore) gestellt werden? Umgekehrt: Wie viele Perlen birgt Flickr, die nicht annähernd die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient hätten?

Es ist wohl einfach so, wie es der jüngste Bachmann-Preisträger Peter Wawerzinek in seinem Roman Mein Babylon beschreibt:

„Die Wahren waren nicht auf Erfolg aus. Sie feierten das Geringste, was sie am Leben hielt. […] Es gab ihrer nur wenige. Sie versanken im Meer der Angeber, bildeten darin kleine weiße Schaumkuppen.“

Ist es so?

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Posted in: Allgemein